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Karriere in der Browsergames-Industrie

Karriere in der Browsergames-Industrie

Langsam aber sicher erholt sich Europa von der großen Finanzkrise, die seit 2008 die Arbeitslosenraten aller Länder in die Höhe schnellen lässt. Während ein Großteil der Branchen Europas mit flauem Wachstum zu kämpfen hat, zeigt die Browsergames-Branche einen entgegen gesetzten Trend. Im Interview mit drei der großen Browsergames-Publisher haben wir die aktuellen Entwicklungen mit Fokus auf den Arbeitsmarkt „Browsergame“ erkundet.

Die große Frage die wir uns natürlich stellen ist, warum haben Browsergames-Firmen unter der Wirtschaftskrise am wenigsten gelitten? Uwe Oster, Geschäftsführer von ProCom Entertainment – einem internationalen Anbieter von Dienstleistungen im Onlinespiele-Sektor – hierzu: „Der ungebremste Boom von Social Networks sowie der dort angebotenen Free2Play-Browsergames sorgte auch 2009 für einen breiten Zustrom von Casual Gamern in unseren Markt. Klar ist allerdings auch, dass die unbeschwerte Pionierzeit unseres Sektors weitgehend vorüber ist. Die Branche hat sich in 2009 deutlich professionalisiert und die Konzentrationsbewegung hin zu wenigen großen Publishern mit breitem BG-Portfolio ging ebenfalls weiter.“

Auch bei InnoGames sieht man die Lage der Branche durchwegs positiv. Dennis Heinert, PR Manager bei InnoGames über die Entwicklung des Unternehmens: „Die Branche der Browsergames hat bislang kaum etwas von der weltweiten Wirtschaftskrise gespürt. Im Gegenteil – in vielen Unternehmen ist die geschäftliche Entwicklung außerordentlich positiv, so auch bei InnoGames. Derzeit haben wir etwa  25 offene Stellen und wollen bis Ende des Jahres auf über 100 Mitarbeiter wachsen.“

Führend bei Einstellungsquoten sind derzeit vor allem Nischen in den Bereichen E-Commerce, Mobile und natürlich Gaming, so Gitta Blatt, HR Leiterin bei BigPoint. Bigpoint alleine konnte in den letzten vier Jahren ein Unternehmenswachstum von rund 4000% verzeichnen und 2009 bereits 100 offene Stellen besetzen. Laut Uwe Oster wird derzeit speziell qualifiziertes Personal mit vorhandener Berufserfahrung gesucht. Networking und starker Konkurrenzkampf stehen derzeit an der Tagesordnung am Browsergames-Arbeitsmarkt. Nichtsdestotrotz ist laut Dennis Heinert „durchaus ein Engpass an qualifizierten Mitarbeitern zu spüren“ – speziell im Bereich PHP-Entwicklung.

„Der Markt ist insgesamt erwachsener geworden“ meint Uwe Oster von ProCom. Auch Frau Blatt von BigPoint bestätigt „’Hausgebrauch’ war gestern. Limitiert wird die Einstellungsquote nicht durch den Bedarf, sondern durch Themen wie ‚War of Talent’ oder ‚Battle of KnowHow’. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden lege man auch einen großen Fokus auf eigene Ausbildung und Weiterbildung, um „Erfahrungen zu strukturieren, Learnings in Qualität und Tempo bei komplexen und internationalen Themen umsetzen und steuern zu können“.

Generell hinkt die Ausbildung an Hochschulen im deutschsprachigen Raum jedoch noch stark hinterher, weshalb laut Dennis Heinert - InnoGames - „im eigenen Haus unter anderem Fachinformatiker ausgebildet werden, um selbst etwas gegen den Fachkräftemangel in der Branche zu unternehmen.“ Gerade weil Spiele immer professioneller und vor allem internationaler werden sind „solide Englischkenntnisse für jeden Beschäftigten in der Branche absolut unverzichtbar. Andere Fremdsprachen können im Supportbereich wichtig sein“ so Uwe Oster. Bei BigPoint sucht an derzeit zum Beispiel Übersetzer mit Schwerpunkt skandinavische Sprachen, Ukrainisch, Vietnamesisch, Thai und Persisch. „Wir sind eine sehr internationale Belegschaft mit über 30 Nationalitäten im Haus“ meint Gita Blatt, HR Leitern bei BigPoint, dazu.

Hat man sich nun also für eine Karriere in der Browsergames-Branche entschieden, gilt es die großen Unternehmen auf sich aufmerksam zu machen. Nur, wie werden Mitarbeiter eigentlich gefunden?

„Über alle Kanäle, die wir irgendwie erreichen können. Wir sind regelmäßig auf verschiedenen Jobmessen vertreten und stellen uns als Arbeitgeber vor“ erläutert Dennis Heinert von InnoGames präzise die aktuellen Chancen für Jobsuchende. Noch nie gab es so viele Wege seine Bewerbung an den Mann zu bringen. Egal ob es engagierte User aus den Communites oder Bewerbungen über den elektronischen, klassischen oder persönlichen Weg sind. „Wir suchen natürlich auch aktiv neue Mitarbeiter durch Search und Headhunting im relevanten Markt und stehen in Foren und Plattformen wie Linkedin und Xing zur Verfügung.“ Beschreibt Gita Blatt die umfangreichen Zugangsmöglichkeiten zur Browsergames-Branche. „Die deutsche Games-Branche ist ja nicht allzu groß, sollte man dazu wissen. Im Grunde genommen trifft man auf jeder Gamescom oder Games Convention immer noch dieselben 400 bis 500 Gesichter, die auch früher schon im Gaming-Umfeld gearbeitet haben. Dass jemand als Spieletester bei einem Gamesmagzin angefangen hat, danach als Produktmanager bei einem Spielepublisher tätig war, und jetzt bei einem Browsergames-Entwickler im Management arbeitet, ist durchaus kein untypischer Lebenslauf“ meint Uwe Oster von ProCom Entertainment.

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