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Krieg zwischen Entwicklern und Spielern - Wie sich Coregamer gegen Neuerungen sträuben

Krieg zwischen Entwicklern und Spielern - Wie sich Coregamer gegen Neuerungen sträuben

Änderungen am Genre der MMORPGs versetzen einige Coregamer derzeit in Rage.

Schaut man in diverse Foren, so scheint aktuell eine Art Krieg zwischen den Entwicklern von MMORPGs und den Coregamern zu herrschen. Das Genre hat nun schon einige Jährchen auf dem Buckel und zahllose MMORPGs wurden veröffentlicht. Klar, dass irgendwann eine Übersättigung eintritt und sich die Entwickler etwas Neues einfallen lassen müssen, um die Spieler wieder zu begeistern. Doch genau gegen solche Neuerungen sträuben sich einige Coregamer, die vielleicht in der Minderheit sind, aber eine sehr laute Stimme besitzen.

Nachdem die NDA der Beta von The Elder Scrolls Online aufgehoben wurde, wurde das Internet beinahe von Kommentaren zum Spiel überflutet. Dabei kristallisierte sich eine bestimmte Gruppe von Coregamern heraus, die mit den ganzen Änderungen und Neuerungen am Genre überhaupt nicht einverstanden sind. Zu viel Single-Player-Inhalt, zu wenig Informationen im UI, keine Namen über den Köpfen der Spieler, Schwierigkeiten beim Finden von Gruppen, zu storylastig, keine gängigen MMO-Quests, keine "heilige Dreifaltigkeit" der Klassen... Die Liste zeigt eindeutig, dass sich diese Spieler genau gegen das stellen, was Entwickler Zenimax anders und neu machen möchte.

Ähnlich auch bei Richard Garriotts kommendem Online-RPG Shroud of the Avatar. Hier wird das fehlende Open PvP mit Full Loot angekreidet, keine gängigen MMO-Quests, zu viel Fokus auf Single-Player-Inhalte, zu kleine Gebiete mit zu wenig Spielern, zu ausufernde Gespräche mit NPCs.

Fast noch schlimmer trifft es derzeit das Weltraum-MMO Star Citizen von Wing Commander-Erfinder Chris Roberts. Im Forum hat sich eine lautstarke Gruppe zusammengefunden, welche so gut wie jedes Feature des Spiels zerpflückt. Jede Ankündigung wird auseinandergenommen, das Spiel als etwas hingestellt, was das MMO-Genre in den Schmutz ziehen würde. Würden die Entwickler nicht dieses und jenes so machen und diese und jene Features einführen, dann wäre das Spiel schlecht und niemand sollte es spielen.

Man hat den Eindruck, als würden sich viele Coregamer von MMORPGs durch Neuerungen und Änderungen am Genre angegriffen fühlen. Als wollten diese Spieler auf ewig dieselben Mechaniken und Features haben, ohne jedewede Änderung daran. Das würde aber bedeuten, dass man immer und immer wieder dieselben Spiele spielt, was irgendwann langweilig wird - falls das nicht schon geschehen ist. Neuerungen und Änderungen sind nötig, um frischen Wind in ein Genre zu bringen. Doch ein ähnliches Phänomen hat man vor einigen Jahren erlebt, als Rundenstrategie durch Echtzeitkämpfe abgelöst wurde. Auch hier gingen die Fans auf die Barrikaden, nur mangels Internet damals nicht ganz so lautstark. Letztendes konnte sich Echtzeit aber etablieren, hat das Genre sogar gerettet und für neue Spieler geöffnet. Und so wird es wohl auch bei den MMORPGs sein. Es gibt lautstarke Beschwerden, aber am Ende werden die Änderungen dem Genre nur nützen.

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