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Warum The Elder Scrolls Online Core-MMORPG-Spieler auf die Palme bringt

Warum The Elder Scrolls Online Core-MMORPG-Spieler auf die Palme bringt

Core-MMORPG-Fans zeigen sich alles andere als begeistert vom kommenden Online-RPG The Elder Scrolls Online.

Obwohl die NDA der Berichterstattung über die The Elder Scrolls Online-Beta nur für die Presse aufgehoben wurde, geben viele Spieler, die ebenfalls an der Beta beteiligt waren, inzwischen ihre Meinung zum MMORPG kund. Auffällig dabei ist, dass vor allem Core-MMORPG-Spieler heftige Kritik üben.

Schon im Vorfeld einer spielbaren Version wurde The Elder Scrolls Online kritisiert. "Schon wieder ein Themepark-MMORPG?" "Das wird bestimmt nicht wie The Elder Scrolls!" Nun konnte man das MMO erstmals frei und lange anspielen und die Kritiker sind nicht verstummt, haben dafür aber ihre Aussagen geändert. So heißt es jetzt "Das ist kein MMORPG! Das ist ein Online-Single-Player-Spiel!"

Richtig ist, dass jemand, der The Elder Scrolls Online im Alleingang erleben will, sehr viel Spaß hat und sehr viele Dinge auch solo erledigen kann. Für viele Quests benötigt man nicht zwingend eine Gruppe. Dennoch sind Gruppeninhalte wie die Zerstörung der Dunklen Anker, Instanzen oder das PvP enthalten. Warum dann die harte Kritik?

The Elder Scrolls Online versucht einen Spagat. Einerseits möchte das Spiel ein The Elder Scrolls sein, andererseits aber auch ein MMORPG. Die The Elder Scrolls-Spiele bieten aber einige Eigenheiten, welche nicht ganz konform mit dem sind, was man von einem MMO erwartet. Darunter ein minimalistisches Interface. Klar, dass sich die MMO-Spieler, die ihren Bildschirm mit Fenstern und Anzeigen zukleistern dadurch gesört fühlen, dass in ESO im Grunde auf dem Bildschirm so gut wie keine Anzeigen zu sehen sind. Hier wird davon geredet, dass man so nicht effektiv spielen könne, weil man die ganzen Statusfenster und Anzeigen benötige. So wäre es kein MMORPG. Fakt ist aber auch, dass gerade dieses Fehlen von Fenstern dafür sorgt, dass die Atmosphäre und Immersion im Spiel enorm anwächst.

Ein weiterer Punkt, den MMORPG-Fans nicht verstehen können ist, dass es keine Anzeigen über den Köpfen von Spielern, NPCs und Monstern gibt. So weisen keine Fragezeichen auf Questgeber hin, es gibt keine Namen über Spielern und bei Kämpfen gibt es keine Zahlen-Anzeige, wie viel Schaden man verursacht. Auch dies sorgt wieder für mehr Immersion, obwohl die Coregamer meinen, dass dies ebenfalls dafür sorgt, dass man weniger effektiv spielen könne.

Ebenfalls kritisiert wird das Quest-System. Die Missionen in The Elder Scrolls Online gehören nicht zum MMORPG-Standard. Man muss nicht ständig in der Wildnis fünf Monster töten oder sieben Pilze sammeln. Es ist auch nicht möglich, einen Bossgegner mehrmals zu vernichten. Die Missionen in ESO erzählen oft Geschichten, die sich verzweigen und die einen auch mal quer über das Land führen. Hier heißt es von Seiten der MMORPG-Fraktion wieder, dass dies inneffektiv sei, da man so seinen Helden nicht schnell aufleveln und an bessere Items kommen könne.

Auch das Gruppenspiel wird kritisiert. Denn durch das Phasing im Spiel ist es möglich, dass eure Taten Auswirkungen auf die Spielwelt haben können. Ganze Landschaften können sich verändern und NPCs sogar sterben. Befindet ihr euch nun beispielsweise in einer Quest-Phase, in der ein NPC das Zeitliche gesegnet hat, ein anderer Spieler ist aber noch nicht so weit und befindet sich dadurch in einer anderen Phase, dann sehen sich die Spieler auch nicht. Auf diese Weise befindet man sich nicht mit sehr vielen Spielern in derselben Phase, wodurch man nicht so vielen Spielern begegnet wie in anderen MMORPGs. Das macht es etwas schwieriger, Gruppen für Gruppeninhalte zu finden.

All dies sorgt dafür, dass MMORPG-Spieler der Meinung sind, dass sich ESO eher an Single-Player-Spieler richtet und kein echtes MMORPG sei. So übt man zum Teil harte Kritik am Spiel und stellt in Frage, warum ein Spiel, das sich an Solo-Spieler richtet überhaupt ein Abo benötigen würde.

Die Kritik zeigt auch, welch große Kluft zwischen MMORPG-Fans und Single-Player-RPG-Spielern herrscht und das, obwohl es sich in beiden Fällen um Rollenspiele handelt. Während Core-MMORPG-Spieler offenbar viel mehr Wert darauf legen, schnell den Charakter hochzuzüchten und möglichst effektiv Instanzen und PvP spielen zu können, ist den Single-Player-RPG-Fans eine Geschichte und das Erkunden einer Welt wichtiger. Ob ESO beide Gruppen zufriedenstellen kann, das wird sich herausstellen, wenn es am 4. April erscheint.

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