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Review: Warfare1942

Review: Warfare1942

Vom Mittelalter bis in die Antike, von der Fantasywelt bis in den Futurismus ? die erfolgreichsten Browsergameszenarien sind vielfältig. Doch an das 2. Weltkriegs-Szenario haben sich bis jetzt nur wenige Entwickler herangewagt, wohl aus Angst, verschiedene Nationen von Spielern wieder gegeneinander aufzuhetzen. Playzo hat den Schritt gewagt ? ob Warfare 1942 jedoch auch spielerisch überzeugt, erfahrt ihr in diesem umfassenden Review.

I. Ölgestank und Kettenrattern

Schon der Name lässt unschwer vermuten, dass der Spieler in Warfare1942 in die Rolle eines Generals schlüpft, der wahlweise auf Seiten der Achsenmächte oder der Aliierten seinen Teil zum 2. Weltkrieg beiträgt. Genau genommen wird man zu Beginn des Spiels mit einer kleinen Ladung an Holz und Steinblöcken mitten in umkämpftem Territorium ausgesetzt.
Nun ist es Aufgabe des Spielers, mit den vorhandenen Gütern eine florierende Militärbasis aufzubauen, um eines Tages alle Gegner zu bezwingen – damit der Krieg endlich ein Ende hat.



II. Basisaufbau und Forschung

Bevor man überhaupt etwas vom "War" im Namen zu spüren bekommt, vergehen erst einmal mehrere Tage oder (je nach Zeitaufwand) sogar Wochen mit intensivem Basisaufbau. Zu aller erst besteht das Gebot der Stunde darin, für eine permanente Rohstoffzufuhr zu sorgen.


Die Rohstofflieferanten wiederum benötigen ihrerseits eine Menge elektrische Energie, ein Wasserkraftwerk sollte zu Beginn genügen. Bei fortgeschrittenerem Entwicklungsstand kann dieses durch weitaus effizientere Steinkohlekraftwerke ersetzt werden - womit wir schon beim nächsten Thema wären: der Forschung.

Im Gegensatz zu vielen anderen Strategiespielen werden Gebäude in Warfare 1942 nicht in der Universität erforscht. Stattdessen lernen die Baumeister sozusagen mit jedem Auftrag automatisch dazu.

Will heißen: Möchte man beispielsweise ein Steinkohlekraftwerk errichten, genügt es, zuvor bereits ein Braunkohlekraftwerk errichtet zu haben. Die genaue Systematik lässt sich in einem übersichtlich gestalteten Techtree ablesen.

Ein aufmerksamer Spieler mag sich spätestens jetzt fragen: Aber wozu gibt es dann im Baumenu eine Universität zur Auswahl?

Die Antwort ist einfach: Sämtliche Arten von Truppen und Verteidigungsanlagen müssen im krassen Gegensatz zu den Gebäuden aufwendig erforscht werden.

Hier genügt es nicht, pro Einheit eine Forschung ablaufen zu lassen. Der Forschungs-Techtree zeigt genau, welche Forschungsstufen für welche Einheit benötigt werden.

Neben der Grundforschung (für Fußtruppen beispielsweise passenderweise die Forschung "Fußtruppen") benötigen kompliziertere Einheiten wie Panzer eine immer größere Palette an Forschungsstufen.

Ein Beispiel: Die Flugmaschine Junkers Ju 88 benötigt sage und schreibe 8 verschiedene Forschungen, um im Hangar in Auftrag gegeben werden zu können.

Da man allerdings an mehreren Aufträgen parallel forschen kann, stellt das Forschen im späteren Spielverlauf in der Regel kein Problem mehr dar. Insgesamt gibt es in der Welt von Warfare1942 fünf verschiedene Rohstoffe; namentlich sind das Holz, Stein, Öl, elektrische Energie und letztlich auch Geld. Das klingt weder neu noch spektakulär, aber es erspart dem Spieler zu Beginn so manchen Blick in das Handbuch, da sich die Funktionen nahezu von selbst erklären. Holz und Stein werden vom Bauhof zu massiven Gebäuden weiterverarbeitet, Öl wird von Fahrzeugen benötigt und elektrische Energie von Gebäuden und diversen Einheiten. Gerade Holz und Stein jedoch sind anfänglich sehr schwer zu gewinnen, da die entsprechenden Rohstoffproduzenten nur in der Nähe von relativ raren Wäldern bzw. Felsbrocken errichtet werden können.  Hat man einen Außenposten errichtet, kann man hier überschüssige Rohstoffe ver- und benötigte  einkaufen. Ebenso gilt es im späteren Spielverlauf wertvolle Expansionsfläche zu erwerben. Denn ohne freien Platz kein Häuslebaue.



III. Artilleriebeschuss und Panzerkolonnen

Hat man es letzten Endes endlich geschafft, die ersten Einheiten errichten zu können, kann man sich frohen Mutes sogleich in die Schlacht stürzen. Da der potentielle Gegner in der Punktezahl nur um maximal 30% von den eigenen Punkten abweichen darf, ist es allerdings zuerst einmal relativ schwierig, überhaupt einen geeigneten Gegner zu finden. Nachdem der Gegner ausgewählt ist, stellt man sich eine von maximal drei Flotten zusammen und befielt dieser den Angriff auf die entsprechenden Koordinaten. Neben den in der feindlichen Basis tatsächlich stationierten Truppenverbänden sind hierbei auch die Verteidigungsanlagen, welche im Verteidigungs-Zentrum in Auftrag gegeben werden können, von großer strategischer Bedeutung. Es bleibt dem Spieler also frei überlassen, ob er seine Spieltaktik offensiv oder eher defensiv ausrichtet. Eine aufwändige Stacheldrahtumzäunung beispielsweise kann unter Umständen ganze Soldatenformationen in die Knie zwingen, wo hingegen klug postierte Panzerminen sowohl die Panzer als auch die Träume des Angreifers in Rauch aufgehen lassen. Der Kampf selber schließlich ist relativ unspektakulär und dient vornehmlich dem Erbeuten von Bargeld. 
Anders bei den Regierungsaufträgen (Quests), hier muss der Spieler eine positive Kampfbilanz aufweisen, um im Rang aufzusteigen.

Ein strategischer Knackpunkt ist allerdings noch die spezifische Effizienz der Einheiten. In einer sogenannten Kreuztabelle kann man die genaue Wirkung einer Einheit auf andere Einheiten nachlesen. Zum Beispiel wird ein gewöhnlicher Soldat einem MG-Nest hoffnungslos unterlegen sein, ein Flak-Geschütz hingegen kann es problemlos mit ganzen Jagdgeschwadern aufnehmen.

Im genretypischen Kampfbericht wird man letzten Endes ausführlich über den Kampfverlauf und den entscheidenden Ausgang informiert. Auf Dauer macht das allerdings leider kaum Spass.

Zum Glück gibt es da noch spannende Schlachten um Ruhm und Ehre zwischen ganzen Allianzen... das ist dann auch endlich der Weltkrieg, um den es ja schließlich geht.



IV. Grafik und Benutzerfreundlichkeit

Die Startseite ist schlank und einfach gehalten und überzeugt wie auch der Rest des Spiels vor allem durch Übersichtlichkeit. 
Aber kommen wir nun zum weitaus besseren Teil an Warfare1942: Dem Ingame-Interface. Hier werden vor allem Übersicht und eine schnell meisterbare Steuerung großgeschrieben. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen verzichtet Warfare1942 nämlich weitgehend auf tief verschachtelte Menus.

Stattdessen erreicht man sämtliche Spielfunktionen direkt über die entsprechenden Gebäude. Das Forschungsmenu beispielsweise verbirgt sich hinter der Universität, wohingegen das Baumenü mit einem Klick auf die Bauzentrale aufgerufen werden kann. Dank der praktischen AJAX-Technologie sind die Menu-Fenster ebenfalls sehr schnell geladen und das Starten von Aufträgen ist weder mit hohem Klickaufwand noch mit langen Wartezeiten verbunden. An der Usability von Warfare1942 kann sich also definitiv noch so manches Browsergame eine kleine Scheibe abschneiden.

Die isometrischen Gebäudegrafiken sind weder hervorragend noch grottenschlecht – sie runden das übersichtliche Interface durch eindeutige Unterscheidbarkeit gelungen ab.

Die Bilder der verschiedenen Militäreinheiten wiederum müssen sich auf jeden Fall noch einer Schönheitsoperation unterziehen. Da teilweise für 5 oder mehr Einheiten die gleiche Grafik verwendet wird, wirken die Einheiten langweilig und abwechslungslos; das trübt die Kampfeslaune des Spielers enorm. Es entsteht jedenfalls schnell der Eindruck, dass der Krieg nur einen unwichtigen Nebenpart in Warfare1942 darstellt, was ja dem Namen nach zu urteilen nicht Sinn der Sache ist. Es wäre also dringend an der Zeit, hier noch etwas in neue Grafiken zu investieren.



Fazit

Es ist offensichtlich, dass Warfare1942 von Anfang an für Gelegenheitsspieler konzipiert wurde. Die einfache Bedienbarkeit und die solide Grafik fesseln schon von Anfang an und ermöglichen es auch Berufstätigen sowie Schülern und Studenten ohne viel Zeitaufwand einige spannende Kämpfe zu erleben und sich eine protzige Militärbasis aufzubauen.
Für Spieler, die Tiefgang und epische Ereignisse suchen, müssen die Macher allerdings noch einen Tick nachlegen. Zu schnell sind alle Gebäude errichtet, zu schnell alle Möglichkeiten des Spiels ausgereizt. Aber: Da das Spiel noch in den Kinderschuhen steckt, ist es nur allzu logisch, dass Playzo noch etwas Arbeit in Warfare1942 steckt und die eine oder andere Schwachstelle ausbügelt.

Bis dahin lohnt sich auf jeden Fall schon einmal ein Blick auf Warfare1942 und die ein oder andere Panzerschlacht auf Seiten der Achsenmächte oder der Aliierten. In jedem Fall empfehlenswert.

Das hat uns gefallen
  • kurze Einarbeitungszeit
  • spannendes Szenario
  • flotte Steuerung
  • einige erfrischende Ideen
Das weniger
  • wenig verschiedene Grafiken
  • (noch) zu geringe Spieltiefe
Wertung: 8.2/10

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    • Tags Krieg, Strategie, Browsergames

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